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Geschichtlicher Überblick

Das Gebiet der Gemeinde Haselbach gehörte im Mittelalter zum Machtbereich der Grafen von Bogen/Donau und wurde durch die Mönche des Klosters Oberalteich urbar gemacht. Im Jahre 1125 verlieh Graf Albert IV. das Patronatsrecht über die Gemeinde dem Kloster. Aus dieser Zeit datiert auch die erste urkundliche Erwähnung von Haselbach; das Ereignis selbst ist auf einem Gemälde im Eingangsbereich der neuen Schule dargestellt. Das Wappen der Gemeinde aus dem Jahre 1957 zeigt mit dem goldenen Abtstab über dem silbernen Schlüssel noch heute die einst enge Verbindung zum Kloster Oberalteich. Während des Mittelalters verliefen durch das Gemeindegebiet entlang der Menach wichtige Handelswege aus den Donauraum um Straubing bis hinein nach Böhmen.

Um die Mitte des 14. und 15. Jahrhunderts verursachten Pestseuche, Heuschreckenschwärme und der Einfall der Hussiten große Schrecken und Not in unserem Gebiet. Auch im 17. und 18. Jahrhundert verbreiteten zunächst die Schweden im 30-jährigen Krieg, dann nochmals die Pest und später die Franzosen im Spanischen Erbfolgekrieg wiederum Angst und Sorgen.

Die heutige barocke Pfarrkirche mit dem markanten Zwiebelturm wurde von 1713 - 1718 erbaut (Renovierung 1989 - 1992). Sie ist dem Apostel Jakobus d.Ä. geweiht. Die Gemeinde feiert das Kirchenpatrozinium jeweils Ende Juli mit der Jakobi-Kirchweih.

1892 wurde das alte Schulhaus errichtet, das bis 1966 in Betrieb war und heute markant den Ortskern von Haselbach prägt. Von 1896 bis 1987 war Haselbach Bahnstation auf der Strecke Straubing – Miltach. Heute verläuft auf der ehemaligen Trasse der Donau-Regen-Radweg. Der I. und II. Weltkrieg und die national-sozialistische Herrschaft haben auch unter der Haselbacher Bevölkerung ihre Spuren hinterlassen, wie die Inschriften am Ehrenmal und ein Gedenkstein auf dem alten Friedhof bezeugen. Die Gemeindereform 1970/71 brachte es mit sich, dass sich Mitterfels und Haselbach zu einem Schulverband zusammenschlossen und die Gemeinde Dachsberg eingemeindet wurde. 1974 wurde der neue Friedhof am nördlichen Ortsausgang  eingeweiht. In den Jahren 1992 bis 1995 erfuhr das Ortszentrum von Haselbach eine umfangreiche Sanierung und Erneuerung. Seit dieser Zeit wurden auch drei Baugebiete in den unmittelbaren Ortsbereich integriert und haben seitdem erfreulicherweise auch zum Zuzug von Neubürgern geführt

 

         Historisches vom Ortsteil Uttendorf 

             Uttendorf  wird 2007  800 Jahre alt

Unter den vier Dutzend Ortsteilen der Gemeinde Haselbach feiert im Jahre 2007 der Ort Uttendorf einen besonderen Geburtstag; der Ort wird vor 800 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Dies bedeutet natürlich nicht, dass der Ort damals gegründet wurde. Er ist in Wirklichkeit viel älter. Ein Steinbeil, gefunden beim Straßenbau 1935, weist auf eine Besiedlung in der Jungsteinzeit ( 3000 vor Christus ) hin. Ortsnamen mit der Endung –dorf deutet auf Personen, die dem Ort den Namen gegeben haben. So ist wohl ein Uto als Wiederbegründer in der Zeit zwischen  600 und 700 nach Christus anzusehen.

Der Ortsname erscheint in der Urkunde KL 2 des Klosters Oberalteich aus dem Jahre 1207. In diesem Schriftstück werden die Besitzungen des Klosters aufgelistet. Dabei führt das Kloster Klage, dass Graf Berthold von Bogen einige Ortschaften mit den landwirtschaftlichen Gütern dem Kloster gewaltsam entrissen hat.

Uttendorf erscheint in dieser Urkunde mit dem Namen „Utenhoven“

Urkunde von 120702

Abt und Mönche vom Kloster Oberalteich ließen keine Gelegenheit aus, dieses Unrecht anzuprangern und dem Grafen wegen seines sündhaften Verhaltens Vorhaltungen zu machen. Wie die Urkunde KL 10 des Klosters Oberalteich aus dem Jahre 1225 beweist, führten die ständigen Nadelstiche ins Gewissen des Grafen schließlich zum Erfolg. Die Sorge um sein Seelenheil veranlasste schließlich den Nachfolger, Graf Albert, zur Rückgabe aller Enteignungen und zur Übereignung weiterer Besitzungen an das Kloster.

In diesem interessanten Schriftstück erscheint der Name Uttendorf als Uotendorf. Bei den Einheimischen hat sich diese Schreibweise auch in der Aussprache Uottendorf bis heute erhalten   

Uttendorf02